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Re(h)alität - Ist gute Arbeit in der Reha überhaupt möglich?

Wohlfahrt

Re(h)alität - Ist gute Arbeit in der Reha überhaupt möglich?

ver.di - Die Gewerkschaft für Beschäftigte in Reha-Einrichtungen!

Ist gute Arbeit in der Reha überhaupt möglich?

Angeblich schon, wenn es nach der Bundesregierung geht!
Aber durch die Deckelung des Rehabudgets ist seit Jahren eine qualitativ hochwertige Rehabilitation nicht mehr möglich. Damit wird erzwungen, dass die Arbeitgeber den Kostendruck an die Beschäftigten weitergeben. Arbeitszeit- und Gesundheitsschutzvorschriften werden immer weiter gedehnt. Am Ende stimmen zwar die Bilanzen, aber den Preis dafür zahlen wir. Das ist ein unfaires, zynisches Kalkül, denn es setzt darauf, dass wir die Patienten schon nicht im Stich lassen werden.

Re(h)alität

Quantität statt Qualität!
Deshalb muss sich etwas ändern:

  • Wir wollen das Beste für die Patienten erreichen
  • Wir wollen gute Arbeit machen
  • Wir wollen von unserer Arbeit gut leben können
  • Wir wollen einen zuverlässigen Dienstplan
  • Wir wollen familienfreundliche Arbeitszeiten
  • Wir wollen unbefristete Arbeitsverträge
  • Wir wollen das Rentenalter gesund erreichen
  • Wir wollen von der Rente gut leben können

Ist das etwa zu viel verlangt?

Wir wollen unsere Arbeit gut machen – aber können wir das eigentlich noch?

Das Ergebnis dieser Entwicklung ist: Überall herrscht Arbeitshetze. Heute schuftet eine/r weg, was früher zwei gemacht haben. Der Stress nimmt zu, und unsere Gesundheit nimmt ab. Viele von uns sind schon kurz davor, selbst Patienten zu werden. Wir wollen Menschen gesund machen, aber wir wollen bei unserer Arbeit auch selbst gesund bleiben und wertschätzend bezahlt werden.

Wir wollen für Patienten gute Arbeit machen und deswegen verlangen wir für uns faire und gute Arbeitsbedingungen.
Nicht irgendwann, sondern jetzt!

Im Betrieb zur Selbsthilfe greifen
Wir verlangen von den Leitungen der Rehaeinrichtungen, die Missstände abzustellen. Geschieht das nicht, nehmen wir unsere freiwilligen Leistungen und unsere Flexibilität zurück (z. B. kurzfristiges Einspringen aus dem Frei). Wir fordern von den Arbeitgebern wirksame und nachhaltige Maßnahmen zum Gesundheitsschutz. Die Beschäftigten müssen sich gewerkschaftlich organisieren und für einen Tarifvertrag kämpfen.

Die Bevölkerung aufrütteln
Wir machen Qualitätsverlust und die Gefährdung der Patienten durch Personalabbau öffentlich zum Thema. Quantität vor Qualität: Diese Misere der Rehabilitation geht ALLE an!

Die Politik unter Druck setzen
Wir fordern von der Politik, das Rehabudget abzuschaffen und die Reha angemessen zu vergüten. Patienten müssen Rehaleistungen von guter Qualität, im erforderlichen Umfang und in der für sie geeigneten Form erhalten. Tariflöhne für die Beschäftigten müssen refinanziert werden.

Vom Gesetzgeber fordern wir außerdem, dass er den Arbeits- und Gesundheitsschutz für die Beschäftigten verstärkt, statt ihn stetig aufzuweichen.

Erwartungen an die Kostenträger deutlich machen
Die Vergütung der Rehaleistungen muss an die gestiegenen Kosten und die qualitativen Anforderungen angepasst werden. Die Verweildauer z. B. muss wieder den medizinischen Notwendigkeiten entsprechen und nicht überwiegend durch finanzielle Vorgaben beeinflusst werden.

All das können wir tun!
Die Re(h)alität muss heißen:

Reha vor Rente
Stationär vor ambulant