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Tarifergebnis für das DRK erzielt

Wohlfahrt

Tarifergebnis für das DRK erzielt

Deutsches Rotes Kreuz

Tarifvertragsparteien haben Schlichtungsempfehlung angenommen.
Anschluss an Niveau öffentlicher Dienst gehalten – soziale Komponente durchgesetzt.

Mit unserem Flugblatt Nr. 5 hatten wir bereits berichtet, dass die Arbeitgeberseite das Scheitern der Verhandlungen erklärt und die Schlichtung eingeleitet hatte.

Die Schlichtungsrunde fand am 28. April statt. Am Ende eines langen Verhandlungstages wurde eine Einigungsempfehlung der Schlichtung abgegeben, die am 6. Mai 2014 von beiden Tarifvertragsparteien angenommen wurde. Damit werden die gekündigten Entgeltregelungen zum 1.1.2014 wieder in Kraft gesetzt.

Das Ergebnis im Einzelnen:

  • Erhöhung der Tabellenentgelte wie folgt:
    – ab 1.1.2014 um 1%
    – ab 1.7.2014 um 2,5%
    – ab 1.4.2015 um 2,4%
  • Soziale Komponente: Der Betrag, der sich aus den beiden Erhöhungen in 2014 ergibt, wird vor der Tabellenerhöhung in 2015 auf mindestens 90 Euro angehoben (Beispiele s. unten).
  • Die meisten Funktionszulagen werden zum 1.7.2014 überproportional erhöht und die Liste wird um Zulagen für Beauftragte ergänzt (siehe nächste Seite)
  • Die Vergütung der Auszubildenden/Schüler/-innen und die Entgelte der Praktikanten/-innen steigen entsprechend – wobei der Mindestbetrag 40 Euro beträgt
  • Die Vergütung der Auszubildenden zum Notfallsanitäter erfolgt entsprechend der Schüler/-innen in der Pflege.
  • Laufzeit bis 31.3.2016

Wir haben mit diesem Ergebnis - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung - Anschluss an das Niveau des öffentlichen Dienstes gehalten. Wir haben einen Mindestbetrag als soziale Komponente durchgesetzt und ab 1.4.2015 erhalten die Beschäftigten ein mindestens 6% höheres monatliches Entgelt als bisher (untere Entgeltgruppen entsprechend mehr).

Ebenso sind mit dieser Tarifrunde erstmals und nur beim DRK die jahrzehntelang statischen Zulagen überproportional erhöht worden. Auch wenn nicht alle Beschäftigten davon gleichermaßen profitieren, so ist dies als tarifpolitischer Erfolg zu werten.

Unter Betrachtung des Gesamtpaketes haben wir die Schlichtungsempfehlung angenommen, auch wenn die Erhöhungen in 2014 unterhalb dessen liegen, was wir erreichen wollten.

Stichwort Mitgliedervorteilsregelung
Auch in der Schlichtung haben wir eine Mitgliedervorteilsregelung nochmals vehement gefordert. Die Arbeitgeber blieben bei ihrer starren Haltung, dass eine Differenzierungsklausel für sie nicht verhandelbar sei – mit der Begründung, dass ihre Mitglieder sonst aus der Tarifgemeinschaft austreten würden.

Jetzt gilt es die Zeit bis zur nächsten Runde zu nutzen, um auch bei den Arbeitgebern vor Ort Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir werden weiter dran bleiben!

Stichwort Mitgliederbefragung
… oder warum haben wir als Tarifkommission ohne Euch entschieden?

Wir alle hatten fest im Plan, die Tarifrunde, beginnend mit einer Befragung zur Forderung, genau so transparent und in Rückkopplung mit Euch zu Ende zu führen.

Aufgrund des Schlichtungsverfahrens (Grundlage bildet die Schlichtungsvereinbarung) ist eine repräsentative Mitgliederbefragung organisatorisch nicht möglich.

Die Schlichtungsvereinbarung sieht vor, dass die Tarifvertragsparteien innerhalb weniger Werktage die Annahme oder Ablehnung der Einigungsempfehlung mitteilen müssen.

Wir haben eine verlängerte Erklärungsfrist zur Durchführung einer Mitgliederbefragung während der Schlichtung eingebracht und debattiert. Die Vereinbarung schreibt jedoch vor, dass eine Annahme nur ohne (!) Bedingung erfolgen kann. Die Bedingung einer mindestens 14-tägigen Erklärungsfrist hätte unsere Entscheidung juristisch gegenstandslos gemacht und wir hätten faktisch die Entscheidungshoheit der Arbeitgeberseite überlassen.

Welche möglichen Konsequenzen wir als Tarifvertragspartei aus dieser Schlichtungsvereinbarung ziehen, werden wir auf jeden Fall in der Tarifkommission bis zur nächsten Tarifrunde eingehend diskutieren.

Eure ver.di-Tarifkommission


Eure Streikbereitschaft und durchgeführten Aktionen haben uns in den Verhandlungen hervorragend unterstützt und unsere Position gestärkt. Auch die Arbeitgeberseite hat diesen Druck von der Straße wahrgenommen. Um drohende Arbeitskämpfe zu vermeiden, hat sie sich in der letzten Verhandlungsrunde in die Schlichtung »gerettet«. An dieser Stelle nochmals Dank an alle Aktiven!