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Diakonie in BaWü: Das war dreist und es ging schief!

Diakonie Baden

Diakonie in BaWü: Das war dreist und es ging schief!

Die Arbeitgeber mussten ihren Antrag, mit dem sie versuchten, die Gehälter in der Altenpflege zu drücken, zurücknehmen.

Eine Absenkung bis zu zwanzig Prozent wollten die Arbeitgeber auf Bundesebene mit ihrem »Dritten Weg« für die Beschäftigten durchdrücken. Aber die Kolleginnen und Kollegen wehrten sich und auch für die Arbeitnehmerseite in der Kommission war dieser Antrag der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie erkannte, dass der »Dritte Weg« eine Denkpause braucht und verweigerte die Teilnahme an der Sitzung. Die erforderliche zweite Beratung des Absenkungsantrags konnte so nicht stattfinden, das Verfahren ist erstmal geplatzt.

Auch der öffentliche Druck wurde größer. Selbst das Kirchenamt der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) reagierte mit Unverständnis. Auf den offenen Brief der Konzernmitarbeitervertretung der Heimstiftung antwortete das Kirchenamt im Auftrag des Vorsitzenden des Rats der EKD, Bischof Bedford-Strom, mit der Bemerkung: »wir halten eine Absenkung der Gehälter und die weitere Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in der Altenpflege sozialpolitisch für das falsche Signal.«

Die in der Gewerkschaft ver.di organisierten Beschäftigten der Diakonie finden den Antrag der Arbeitgeber nur dreist!

Aber auch wenn die Arbeitgeber unter dem öffentlichen Druck gezwungen waren einen Rückzieher zu machen, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Die Ordnung der Arbeitsrechtlichen Kommission Diakonie Deutschland (ARK DD) lässt es nämlich zu, dass auch ohne die Anwesenheit der Arbeitnehmervertreter über einen Antrag in der Zwangsschlichtung entschieden werden kann. Die Arbeitgeber haben ihr Vorhaben noch lange nicht aufgegeben. In der Presseerklärung der Arbeitgeber wird dies deutlich. Dort heißt es: »Mit Augenmaß sollte die wirtschaftliche Überforderung der Einrichtungen vermieden werden, damit tarifgebundene Arbeitsplätze auch in den Hilfefeldern mit angespannten Refinanzierungsbedingungen gesichert bleiben.«

Der »Dritte Weg« ist und bleibt überall ein Risiko für die Beschäftigten. Gleichberechtigte Verhandlungen und die Durchsetzung angemessener Arbeitsbedingungen sind auf diesem Weg nicht möglich.

Deshalb Tarifverträge! Weil’s besser ist!

Ein herzliches Dankeschön an alle Kolleginnen und Kollegen, die sich an unserer Protest-Fotoaktion beteiligt hatten. Eine Auswahl der Bilder istim Download zu sehen.