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Arbeitgeber fordert massive Verschlechterung des Tarifvertrages!

Wohlfahrt

Arbeitgeber fordert massive Verschlechterung des Tarifvertrages!

Gemeinnützige Werkstätten und Wohnstätten GmbH

Die Geschäftsführung hat Euch darüber informiert, dass der Tarifvertrag auf veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden muss.
Das sind die vom Arbeitgeber geforderten Anpassungen:

  • Die 40-Stunden-Woche für alle – ohne Lohnausgleich.
  • Zuschlagspflichtige Nachtarbeit erst ab 23 Uhr.
  • Streichung des Krankengeldzuschusses.
  • Keine Übernahme der Tariferhöhungen aus dem öffentlichen Dienst mehr.
  • Keine Anwendung der Tarifverträge für die Auszubildenden und PraktikantInnen des öffentlichen Dienstes mehr.

Das bedeutet:

  • Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich: die Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen (EG 1-5) verdienen 3,9 % und in den mittleren Entgeltgruppen (EG 6 bis 9) 1,3 % weniger, denn eine halbe Stunde Arbeitszeitverlängerung entspricht 1,3 % Gehalt. Bei den oberen Entgeltgruppen bliebe alles beim Alten.
  • Nachtarbeit: weniger Zuschläge und weniger Zusatzurlaub für Nachtschichtarbeit.
  • Krankengeldzuschuss: weniger Geld im Krankheitsfall, wenn man Krankengeld bezieht. Der Zuschuss soll das Minus zwischen bisherigem Nettogehalt und Krankengeld vermindern und wird bisher längstens bis zur 36. Woche seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit gezahlt.
  • Übernahme Tariferhöhungen des öffentlichen Dienstes: die Weiterentwicklung der Vergütungen im öffentlichen Dienst kommt Euch nicht mehr zugute.
  • Anwendung Tarifverträge für Azubis und PraktikantInnen: Die GWW, ein Arbeitgeber im Sozialbereich, will seinen Auszubildenden keinen Tarifvertrag mehr gewähren und sie auch nicht mehr verbindlich übernehmen!

Und es gibt noch weitere Forderungen des Arbeitgebers:
Kein ver.di-Bonus mehr. Zuschlagspflichtige Überstunden nur noch, wenn das Übertragungskontingent von 50 Stunden überschritten wird. Teilzeitbeschäftigte sollen auch zur Mehrarbeit und Rufbereitschaft verpflichtet werden können. Die Übertragung von Urlaub ins nächste Jahr soll gestrichen werden. Die Kündigungsfristen sollen verschlechtert werden. Forderungen zu Änderungen des Entgelttarifvertrages und somit des Einkommens sollen uns bis zum 16. Oktober übergeben werden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
das alles hat mit Ermöglichen von flexiblen Reaktionen auf die Anforderungen der Wirtschaftskunden nichts zu tun. Auch die guten Bedingungen bei der GWW werden so nicht gesichert.

Wir können bisher nur eine Verschlechterung Eurer Arbeitsbedingungen und Einkommen erkennen.
Das ist kein fairer Interessenausgleich.

Deshalb: Informiert Euch bei Euren Tarifkommissionsmitgliedern. Diskutiert die Forderungen des Arbeitgebers.
Kommt zu den Betriebsversammlungen am 19. September in den Regionen Calw/Nagold und Herrenberg sowie am 26. September in der Region Sindelfingen. Und organisiert Euch in Eurer Gewerkschaft ver.di. Was bei den Tarifverhandlungen am Schluss herauskommt, hängt von unserer Stärke ab.

Wir haben es in der Hand.
ver.di-Mitgliederversammlung zur Planung unserer Aktivitäten: 23. Oktober 2013, 17:00 Uhr, Hotel Hasen, Hasenplatz 6, Herrenberg (Einladung folgt).

Übrigens: Anfang August haben wir den Tarifvertrag Betriebsratsstruktur verhandelt. Der Arbeitgeber hat einen unternehmenseinheitlichen Betriebsrat gefordert. Auf einen solchen haben wir uns dann auch geeinigt. Ab der Betriebsratswahl 2014 soll es nur noch ein Betriebsratsgremium in der GWW geben, allerdings mit drei vollen Freistellungen sowie ausreichend Räumlichkeiten und Unterstützung durch eine Sachbearbeitung. Dieser Tarifvertrag tritt allerdings nur in Kraft, wenn es für den Mantel- und den Entgelttarifvertrag eine Einigung gibt.

Mit kollegialen Grüßen,
Eure ver.di Tarifkommission
Calw/Nagold: Silvio De Luca, Rosita Ganter, Claudia Lais und Isolde Mehl.
Herrenberg: Karlheinz Grimm, Gabriele Meyer, Martin Rothmann und Regine Strobel.
Sindelfingen: Anja Di Stefano, Andreas Gühring, Matthias Kovacic und Herbert Tell.
ver.di: Irene Gölz und Ivo Garbe