Nachrichten

Unikliniken weigern sich, über eine bessere Personalausstattung …

Bewegung für Entlastung

Unikliniken weigern sich, über eine bessere Personalausstattung zu verhandeln

Nachdem ver.di Baden-Württemberg den Arbeitgeberverband der vier Uniklinika in Baden-Württemberg (Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Ulm) bereits Ende Juli zu Verhandlungen über einen Tarifvertrag zur Entlastung der Beschäftigten und mehr Personal aufgefordert hatte, kam es heute in Stuttgart nach fast drei Monaten endlich zu einem ersten Gespräch. Die Arbeitgeber haben heute zwar Verhandlungsbereitschaft erkennen lassen, wollen aber nicht verbindlich über Mindestbesetzungen, sprich mehr Personal, verhandeln. Bevor über konkrete Entlastungen gesprochen werden könne, müsse erst eine Analyse der Belastungen gemacht werden, so die Arbeitgeber heute.

Irene Gölz, ver.di Fachbereichsleiterin Gesundheitswesen und Verhandlungsführerin: „Nach gut drei Monaten Warten war das heute eine herbe Enttäuschung für die Beschäftigten, die jeden Tag nur durch ihr freiwilliges Engagement den Krankenhausbetrieb noch aufrechterhalten. Die Diagnose der Situation ist längst abgeschlossen, es ist höchste Zeit für die richtige Therapie. Ohne mehr Personal gibt es keine Entlastung. Homöopathische Mittel, die irgendwann vielleicht verabreicht werden, reichen nicht aus.“

 
ver.di fordert vom Arbeitgeberverband einen Tarifvertrag, der

  • eine Mindestpersonalbesetzung auf den Bettenstationen, auf Intensivstationen, in OPs, im Kreissaal, etc.,
  • eine gesicherte Ausbildung,
  • sowie die Konsequenzen bei Unterschreitungen und Abweichungen davon bis hin zu Bettenschließungen regelt.

Gölz: „Um den Gesundheitsschutz der Beschäftigten einhalten zu können, brauchen wir definitiv mehr Personal. Die Beschäftigten müssen ihre Pausen nehmen können und nicht mehr einspringen müssen, wenn sie frei haben. Für den Gesundheitsschutz der Beschäftigten sind die Arbeitgeber verantwortlich.“

Die ver.di-Tarifkommission entscheidet in der kommenden Woche, wie es nach dem heutigen Gespräch weitergeht.

Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika, von dem rund 27.000 Beschäftigten an den vier Kliniken betroffen sind. Die Ärzte fallen als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.